Unternehmerdialog mit wertvollen Informationen zum Werberecht

Neue  Behindertenwerkstätten in Meckesheim stellten sich vor

Moderator Prof. Eberhard Scharff von der UWB eröffnete den 8. Unternehmerdialog mit einem Rückblick auf vergangenen Veranstaltungen und begrüßte gleichzeitig die heutigen Referenten und Gäste, bevor er das Wort an BM Karl übergab, der zu allgemeinen Themen informierte. Dieser wies zunächst auf das Festwochenende zum 1000-jährigen Jubiläum Bammentals (15.-17.07.16) hin, an dem die Teilnahme der Gewerbebetriebe erwünscht sei. Der Veranstaltungskalender für das Festjahr werde bei einer Pressekonferenz im Oktober vorgestellt.

Er konnte ebenfalls über Gewerbeansiedlungen in der Industriestraße berichten. So habe sich in den ehem. ABB-Räumlichkeiten die Fa. Profitec angesiedelt, die Entwicklungssparte der exklusiven ECM-Espressomaschinen. Das ehem. RINO-Anwesen habe die Fa. MAXX Veranstaltungstechnik erworben, die große Bühnen mit Licht- und Tontechnik ausstatte. Einen Teil der ehem. Produktionshalle könne man für  Veranstaltungen mieten, außerdem gäbe es einen Showroom, in dem man die Bühnentechnik in Aktion erleben könne. Er lud ferner dazu ein, das Pendler-Mitfahr-Portal der SAP „TwoGo“ rege zu nutzen, da ein solches Angebot davon lebe, dass möglichst viele Berufspendler sich registrierten, um andere mitzunehmen oder selbst mitzufahren. Im Familienzentrum könne man Räume mieten, was auch für gewerbliche Veranstaltungen, aber auch Vereine und Privatgesellschaften ein attraktives Angebot sei, so BM Karl.

Die Erschließung des Neubaugebiets „Breite Äcker“ werde noch in 2015 abgeschlossen und für den Neubau der Schwimmbadstraße 21 erhoffe man sich 25% Förderung. Dort würde Platz geschaffen, um ca. 12 Asylbewerber angemessen unterzubringen und willkommen zu heißen. Das ehem. LAGRA-Gebäude habe ein Investor erworben, der darin zu je 1/3 Büro-, Gewerbe- und Wohnräume unterbringen möchte. Für die Hauptstraße solle ein Parkraumkonzept erstellt werden und auf der Rückseite der Schwimmbad-Eintrittskarten gebe es eine saisonale Werbemöglichkeit für Unternehmen.

Nach seinem Bericht übergab er das Wort an die Herren Münker und Schmieder vom Sozialpsychiatrischen Hilfsverein Wiesloch/RNK, die den Neubau eines Heimes in Meckesheim bekanntmachten, in dem ab Juni, wie bereits in Wiesloch, die Produktion beginnen solle. Psychisch, nicht geistig behinderte Menschen, die wenig Chancen auf dem 1. Arbeitsmarkt hätten, arbeiteten dort im Bereich Textildruck, Konfektionierung, Montage, Verpackung etc. Der Verein biete Firmen seine Dienstleistungen an, die Aufträge erteilen, Praktikanten aufnehmen oder Arbeitsplätze für psychisch behinderte Menschen im eigenen Betrieb anbieten. Diese sollten damit auf den (Wieder-) einstieg in den regulären Arbeitsalltag vorbereitet werden. Die Vorteile für Firmen – neben dem sozialen Engagement – sei der auf 7% reduzierte MwSt.-Satz und die Anrechenbarkeit auf die Ausgleichsabgabe. Die Preise seien zudem wesentlich günstiger als in der freien Wirtschaft, die Qualitätssicherung sei gewährleistet.  

Im Anschluss berichtete 1. Vorsitzender Andreas Häß für den Gewerbeverein über dessen Aktivitäten, z. B. den verkaufsoffenen Sonntag am 19.04.15, das traditionelle Maibaumstellen am 30.04. und den geplanten Frühlingsmarkt 2016. Außerdem werde der Internetauftritt des Gewerbevereins weiter optimiert.

Der nächste Referent, Rechtsanwalt Matthias Fleischmann mit Schwerpunkt IT- und Werberecht, war mit Interesse erwartet worden. „Welche Werbung ist zulässig?“ war die Hauptfrage, die er mit der Definition von „(un-)zumutbarer“ Werbung klärte. So sei der Vertreterbesuch weiterhin zulässig, Wahlwerbung im Briefkasten ebenfalls, da sie der Information diene, ebenfalls Anzeigenblätter, da sie redaktionelle Beiträge enthielten. Bei unerwünschter Briefkastenwerbung sei der Unternehmer für die Beachtung verantwortlich, nicht der Austräger. Telefonwerbung sei unzulässig ohne ausdrückliche schriftliche oder mutmaßliche Einwilligung. Bußgelder von bis zu 300.000 € seien bei Nichtbeachtung möglich, so Herr Fleischer. Die Definition von „Bestandskunden“ könne eine zeitliche Begrenzung haben. Der Gefällt-mir-Button werde wie E-Mail-Werbung behandelt. Der Rechtsanwalt untermauerte seine Informationen mit zahlreichen Beispielen, Fallstricken und Definitionen. Wenn der Vortrag auch länger als geplant gedauert hatte, so waren die Anwesenden doch interessiert , überrascht und dankbar über so manche werberechtliche Information.

Mit seinem Dank an die Referenten, Gäste und die UWB für die inhaltliche Gesamtorganisation und Moderation des Unternehmerdialogs, aus dem die Gäste wieder viele interessante Informationen mitnehmen konnten, beschloss Herr BM Karl den offiziellen Teil des Abends. Die Gäste nutzten die anschließende Zeit noch zum Austausch und Netzwerken, ganz im Sinne der Veranstaltung. (pz)

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